Worauf Du beim privaten Mietvertrag achten solltest

Worauf Du beim privaten Mietvertrag achten solltest

Mietwohnungen – diese sind in keiner anderen Stadt so umkämpft wie in Berlin. Vermieter erhielten auf Immoscout24 im Schnitt 137 Kontaktanfragen auf ihr Inserat, wie einem Bericht des Magazins Spiegel Ende Januar zu entnehmen ist. Das online Magazin beruft sich dabei auf eine interne Datenanalyse des Unternehmens für das Jahr 2020. Köln (63) und Leverkusen (57) folgen mit großen Abstand auf den Rängen zwei und drei. Selbst die beiden großen Metropolen München (53) und Hamburg (40) weisen einen erheblichen Abstand zur Bundeshauptstadt auf. Diesen erheblichen Abstand führt das Portal auf den Mietendeckel in Berlin zurück, wobei sich die Konkurrenzsituation sich wegen des damit verbundenen Rückgangs des Angebots noch einmal verschärft hat. Doch die Berliner zieht es vor allem ins Grüne und damit in das Berliner Umland. So sind die Preise in Brandenburg aktuell explodiert. Auch in 2021 wird der Trend zum „Wohnen im Grünen“ weiter anhalten und damit die Nachfrage nach Umzugsunternehmen.

Die deutsche Bevölkerung wächst

Prognosen zufolge wächst die Bevölkerung in Deutschland bis 2035 und das vor allem in den Ballungsräumen. Vor allem gilt dies für Ballungszentren wie Berlin. Nicht nur die Analyse des Immobilienportals zeigte den Hype auf, sondern auch eine Umfrage des Hamburger Gewos Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung. Diese zeigte einen starken Trend zum Wohnen außerhalb der Stadt auf. Der Hintergrund: Die Arbeits- und Wohnungsmärkte entkoppeln sich im Zuge der Digitalisierung und des pandemiebedingten Arbeitens im Home-Office räumlich stärker voneinander und die Wohnungen in den Großstädten sind teuer. Ein weiterer Punkt ist, dass niemand voraussagen kann, wann die Pandemie endet und welche wirtschaftlichen Folgen aus dieser hervorgehen. Die Folge ist, dass das Ersparte, sofern es vorhanden ist, angesichts der niedrigen Zinsen in Immobilien investiert wird. Sollte es auch 2021 beim Immobilienboom bleiben, dann wird dies das erste Mal seit Jahrzehnten sein, bei dem der Aufschwung am Wohnungsmarkt bestehen bleibt trotz einer tiefen Rezession.

In der Stadt sind „Extras“ zu teuer – von privat mieten

In der Stadt sind Kinderzimmer, Büro, Garten – eben Wohnungen mit diesen Extras kostspielig. Doch die Familien wissen sich zu helfen und ziehen dorthin, wo der Wohnraum weiterhin erschwinglich und der Arbeitsplatz dennoch gut erreichbar ist. Doch nicht jeder hat das „notwendige Kleingeld“ sich eine eigene Immobilie zu leisten und sucht entsprechend eine Mietwohnung. Oftmals werden dafür Immobilienmakler genutzt, wobei die „wohlhabenderen“ Mieter oftmals im Vorteil sind, da die Konkurrenz groß ist. Daher kann es durchaus sinnvoll sein, eine Wohnung direkt von privat zu mieten. In diesen Fällen zählt nicht der Geldbeutel, sondern auch die Sympathie. Worauf achten, wenn ein Mietvertrag von privat gemietet wird? Und wie wird eine solche überhaupt gefunden?

Eine Wohnung von privat finden

Die einfachste Suche ist über das Internet in den Immobilienportalen. Die Suche kann dort direkt eingegrenzt werden in „Wohnungen von privat“ oder „Wohnungen ohne Provision“. Zudem ist es möglich, eine langfristige Suche anzulegen, sodass automatisch Informationen gesendet werden, sobald eine passende Immobilie inseriert wird. Doch die privaten Vermieter, inserieren auch gern in den Tages- und lokalen Zeitungen sowie Anzeigenblätter. Selbst auf digitalen Pendants wie bzw. EBay Kleinanzeigen sind Immobilien zu finden. Ebenfalls ist es möglich, dort eine Suchanzeige aufzugeben. Eine weitere gute Idee ist es, die Suche nach einer Wohnung im Bekannten- und Freundeskreis zu streuen. Selbst die Veröffentlichung der Suche in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Facebook Market ist hilfreich. Zudem gibt es Gruppen, die sich auf die Vermittlung von Wohnungen in den einzelnen Regionen spezialisiert haben.

Vorteile des Mietens von privat und Fehler, die zu vermeiden sind

Mittlerweile gibt es das sogenannte Bestellerprinzip, was bedeutet, dass nur noch derjenige für die Maklerprovision aufkommen muss, der den Makler beauftragt hat, fallen die Kosten selbst bei professionellen Vermittlern für die Mieter in der Regel weg. Aber es kann durchaus einen Vorteil geben, wenn der Umweg über den Makler nicht genommen werden muss – egal ob umsonst oder mit Kosten verbunden. Wer eine Mietwohnung von privat sucht, der kann direkt seinen Vermieter kennenlernen und kann sich direkt ein Bild davon machen, ob es möglich ist, ein gutes Mietverhältnis aufzubauen, oder nicht. Geht es um die Fehler, die zu vermeiden sind, so gilt es, dass jeder darauf achten sollte, dass er keinem Betrüger auf dem Leim geht. Sobald der vermeintliche Vermieter eine Vorabkaution für die Besichtigung verlangt und diese ins Ausland geschickt werden soll, dann sollte jeder das Weite suchen. Zudem sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass der Mietvertrag korrekt aufgesetzt ist. Von manchen Vermietern werden Standardverträge genutzt, in denen noch Klauseln enthalten sind, die heute keinerlei Relevanz mehr haben. Im Zweifel sollte mit einem MIetvertein Rücksprache gehalten werden.

Die Übergabe: In einem Übergabeprotokoll die Mängel dokumentieren

Zudem ist das Übergabeprotokoll sehr wichtig. In diesem wird genau festgehalten, in welchem Zustand sich die Wohnung befindet. Wer eine Wohnung mietet, die nicht renoviert ist, der sollte diese später bei einem Auszug ebenfalls unrenoviert übergeben. Folgendes sollte im Übergabeprotokoll enthalten sein:
  • Zustand von Fenstern, Türen und fest eingebauten Schränken und evtl. Einbauküche
  • Zustand der Fliesen, Bodenbeläge und Decken
  • Zustand von Heizkörpern, Steckdosen und Lichtschaltern
  • Aktueller Stand von Strom-, Gas- und Wasserzähler
  • Besonderheiten, die zur Wohnung gehören
Vermieter und Mieter unterzeichnen dieses Übergabeprotokoll, womit es für beide Seite verbindlich ist. Darüber hinaus ist der Vermieter dazu verpflichtet, bei der Wohnungsbesichtigung den Energieausweis vorzuzeigen, da dieser Aufschluss über die Heizkosten gibt. Einfacher ist es sogar, nach der jüngsten Heizkostenabrechnung zu fragen, um so bösen Überraschungen vorzubeugen. Wird eine Wohnung gemietet, dann verlangt der Vermieter in der Regel eine Kaution. Maximal darf diese drei Monatsmieten betragen. Mieter haben das Recht, diese in drei monatlichen Raten zu bezahlen.

Modernisierungskosten – was muss der Mieter tragen und was nicht?

Der Vermieter ist verpflichtet, die Wohnung instand zu halten, wobei nicht alle Kosten auf den Mieter abgewälzt werden dürfen. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschied, dass den Mietern nicht die vollen Kosten aufgebrummt werden dürfen, wenn Vermieter funktionstüchtige, aber in die Jahre gekommene Bauteile und Einrichtungen erneuern. Der BGH begründete seinen Entscheid damit, dass ansonsten den Vermietern die Möglichkeit eröffnet würde, ohnehin die in naher Zukunft anfallenden Kosten durch „Vornahme der Modernisierung kurz vor „Fälligkeit“ der Erhaltungsmaßnahmen auf den Mieter abzuwälzen. (Az. VIII ZR 81/19). Anders verhält es sich mit Arbeiten, die für eine echte Verbesserung sorgen. Bis zu einer bestimmten Grenze darf der Vermieter diese auf die Miete aufschlagen.

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